Ein ungewöhnlicher Familienbetrieb
HARTHA. Von der Planung bis zur Rechnung, von der Montage auf dem Dach bis zum computergesteuerten Pufferspeicher im Keller, alles bleibt in den Händen der Köhlers. Seit der Diplomingenieur und Energieberater Dietmar Köhler 1991 seine Firma „Solartechnik Köhler“ in Hartha südwestlich von Leipzig gegründet hat, ist daraus ein wirkliches Familienunternehmen geworden.
Zwei seiner vier Söhne haben bei ihm selbst den Umgang mit der Elektrotechnik gelernt. Zwei andere haben den Beruf des Dachdeckers ergriffen. Der eine arbeitet noch in der väterlichen Firma, der zweite war für ein Projekt in Südafrika auch schon an Bord des Familienschiffs. Im Büro der Firma hat Tochter Anja das Sagen. Nur der Heizungsbauer des Betriebs kommt nicht aus den Reihen der Familie. Kein Wunder also, dass bei Wahl der Telefonnummer die Wahrscheinlichkeit, von „Köhler“ begrüßt zu werden, außerordentlich hoch ist.
Zufall ist das nicht, berichtet Sohn André Köhler. Immer, wenn eines der Kinder einen Ausbildungsplatz suchte oder die Ausbildung abgeschlossen hatte, war die Solartechnik-Firma gerade wieder so weit gewachsen, dass ein weiterer Köhler dringend im Betrieb gebraucht wurde. Dass zeigt, dass Vater Dietmar Köhler 1991 mit seiner Absicht, der alternativen Energienutzung zum Durchbruch zu verhelfen, auf den richtigen, den zukunftsweisenden Trend gesetzt hat. Doch Köhler ist nicht nur von der Umweltfreundlichkeit der Solartechnik überzeugt. Für ihn ist die Nutzung der Sonnenenergie auch der richtige Weg kostensparend für Heizung und Warmwasser zu sorgen.
Während in diesem Jahr die Gewinnung von Strom aus Sonnenenergie, die Fotovoltaik, durch das neue Energie-Einspeise-Gesetz (EEG) einen solchen Boom erreicht hat, dass es große Lieferschwierigkeiten für Solarzellen gibt, ist die Technik der Solarthermie, der Wärmegewinnung, etwas in den Hintergrund geraten. Doch Köhler setzt seit 14 Jahren auf Solarthermie und hat bereits rund 3000 Quadratmeter auf Häusern der Region installiert. Frei nach dem Motto des Bunds Solardach eG, dessen Mitglied die Firma Köhler ist: „Alle reden von Fotovoltaik, wir reden von Solarthermie.“
Der hohe Ölpreis dieses Jahres und die Warnungen der Experten, dass eine Preiserholung wohl nur eine vorübergehende Angelegenheit sein wird, hat die Aufmerksamkeit stärker auf die erneuerbaren Energien gelenkt. Wie sagt der Umweltjournalist Franz Alt: „Die Sonne schickt uns keine Rechnung.“
Doch abgesehen vom hohen Preis für Heizöl und Benzin gibt es noch andere Gründe, das Erdöl nicht einfach zu verfeuern. Denn dafür ist Öl viel zu schade. Nicht nur die vielen Kunststoffe, an die wir uns gewöhnt haben, werden aus Erdöl hergestellt, sondern auch sehr viele Medikamente, wie Greenpeace immer wieder betont. Deshalb sollten die Reserven nicht einfach verbrannt werden, sondern acuh in künftigen Jahrzehnten noch für diese wichtige Erzeugnisse zur Verfügung stehen. Dietmar Köhler sieht sich mit seinem Eintreten für die Solartechnik nicht als den großen Weltverbesserer, aber er hat sich doch eines zum Ziel gesetzt: „Wir wollen gemeinsam mit unseren Kunden versuchen, den Kindern eine Chance zu geben.“
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