Neues Wirtschaftswunder mit erneuerbaren Energien
Himmelpforten, 15. Februar 2012 –die Stöver GmbH, ein Mitglied der BUSO Bund Solardach eG, verzeichnete bei den 8. Energiespartagen mit rund 300 Gästen einen Besucherrekord. Zu den Sprechern der erfolgreichen Veranstaltung zählte auch der Bundestagsabgeordnete Hans-Josef Fell. Nach dessen Angaben sind die Anfänge für ein „grünes Wirtschaftswunder“, dem die erneuerbaren Energien zu Grunde liegen, gemacht.
Der energiepolitische Sprecher der grünen Bundestagsfraktion erklärte zum Auftakt der 8. Himmelpfortener Energiespartage, dass in den vergangenen drei Jahrzehnten kluge Köpfe wie Bill Gates oder Steve Jobs die Computer-Technologie revolutioniert hätten, obwohl sie zunächst als Spinner bezeichnet worden waren. Genauso verlaufe die Entwicklung bei den erneuerbaren Energien: Schon heute in vielen Haushalten und Betrieben selbstverständlich, werde in 20 Jahren die Energieversorgung zu 100 Prozent aus Quellen wie Wind, Sonne und Biomasse gespeist. Fell hatte auf Einladung des Unternehmens Stöver in der Eulsete-Halle vor fast 100 interessierten Gästen gesprochen.
„Wir haben für die Energiewende die Köpfe, wir haben die erforderliche Technologie und wir haben mit den Erneuerbare-Energien-Gesetz das entscheidende Instrument geschaffen“, ist Hans-Josef Fell überzeugt. Der heute 60-jährige, der selbst in einem preisgekrönten Öko-Haus im fränkischen Hammelburg lebt und ein Elektroauto fährt, ist seit 1998 Mitglied der grünen Bundestagsfraktion. Er gilt als einer der Väter des „Gesetzes für den Vorrang Erneuerbarer Energien“ (EEG) aus dem Jahre 2000, das den Erzeugern von Ökostrom feste Mindestverkaufspreise garantiert.
Diplom-Ingenieur Ingo Stöver: „Nach renommierten Wissenschaftlern wie dem Klimaforscher Mojib Latif haben wir in diesem Jahr erstmals einen Energiepolitiker als ausgewiesenen Experten zum Auftakt der Energiespartage eingeladen.“ Der Himmelpfortener Unternehmer will die Diskussion über erneuerbare Energien versachlichen und lädt seit Jahren namhafte Pioniere der Energiewende in die Gemeinde ein. Für Fell ist das der richtige Weg: „Nicht Gesetze allein ermöglichen die Energiewende. Sie ermöglichen nur die erforderlichen Investitionen. Entscheidend ist, dass die Menschen mitmachen...“ Fell warnte davor, sich von der Lobby der konventionellen Energieversorger den Optimismus rauben zu lassen. Die Energieversorgung von morgen mit einem Mix verschiedener erneuerbarer Quellen werde dezentraler, aber deswegen keinesfalls unsicherer und teurer werden.
Anhand amtlicher Statistiken zeigte Fell, dass frühere Prognosen für die erneuerbaren Energien sich als viel zu pessimistisch erwiesen haben: Der Anteil der erneuerbaren Energien am Bruttostrom-Verbrauch zum Beispiel lag im Jahr 2010 nicht bei 12,5 Prozent, wie zehn Jahre zuvor vorausgesagt, sondern bereits bei 17 Prozent. Im Jahre 2011 war der Anteil sogar bereits auf 20,1 Prozent gestiegen.
Auch Horror-Szenarien zum Ausstieg aus der Kernenergie hätten sich als falsch erwiesen. Fell: „Obwohl acht Atomkraftwerke abgeschaltet worden sind, bleibt Deutschland ein Strom-Export-Land.“ Im Jahre 2011 hat Deutschland fünf Milliarden Kilowattstunden Strom ins Ausland verkauft. Versorgungsprobleme gebe es dagegen aktuell in Frankreich. Ausgerechnet in dem Land, das auf Atomkraft setze, blieben zurzeit in einigen Regionen strombetriebene Heizungen kalt.
Die hohen Ökostrom-Einspeisungen in Deutschland hingegen verdrängten Atom- und Kohlestrom und senkten die Strompreise an den Börsen. Am Anstieg der Strompreise bis zu 1,64 Cent pro Kilowattstunde sei die Ökostrom-Vergütung nur mit rund 0,1 Cent beteiligt.
„Erneuerbare Energien vermeiden Kosten“, erklärte Fell. So hätten im Jahre 2011 die „Mehrkosten“ bei der EEG-Umlage in Höhe von 12,9 Milliarden Euro verhindert, dass die erwarteten 20 Milliarden Euro Kostensteigerungen bei den konventionellen Energieträgern.
Als „Jobmotor“ spielten die erneuerbaren Energien eine herausragende Rolle, unterstreicht Fell. So sei die Anzahl der Beschäftigten in dieser Branche von 30.000 im Jahr 1998 auf 370.000 im Jahr 2010 gestiegen. Für das Jahr 2020 gingen Arbeitsmarktexperten von 500.000 Beschäftigten aus. In der Atomindustrie seien im Jahre 2010 hingegen 30.000 Menschen beschäftigt gewesen.
Kommunen und Landkreise, die sich für erneuerbare Energien engagierten, könnten mit einer enormen Wertschöpfung rechnen, die 2009 bereits bei 6,9 Milliarden Euro in Deutschland lag. „Die erneuerbaren Energien sind in Deutschland eine Erfolgsgeschichte“, freut sich der energiepolitische Sprecher der Grünen. „Hunderttausende haben bereits Geld die Hand genommen, um sich von fossilen Energieträgern zu verabschieden.“ Fell lobte ausdrücklich lokale Selbstversorgungskonzepte wie die Gesellschaft „Energie Oldendorf“ oder Bürgerbus-Initiativen: „Das ist der richtige Weg."
Besucherrekord: 300 Gäste bei 8. Energiespartagen der Stöver GmbH
Unabhängigkeit von steigenden Öl- und Gaspreisen sowie eine umweltfreundliche Energieversorgung für die eigenen vier Wände – ein immer drängenderes Thema. Nach dem Vortrag von Hans-Josef Fell informierten sich am Wochenende bei den 8. Energiespartagen weitere 300 Interessierte bei der Stöver GmbH. Noch nie gab es bei den Energiespartagen so viele Gäste. „Die Vorträge waren ausgebucht, die vielen Beratungsgespräche konstruktiv“, so die Bilanz Geschäftsführer Ingo Stöver. Der Diplom-Ingenieur: „Immer mehr Kunden, die neu bauen, wollen in eine Energietechnik investieren, die sie bis ins Alter unabhängig macht“.
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