Solar und Pellets
Wärmepumpe und Solar

Familie Sonnenschein* überlegt nun doch, vielleicht das alte Haus zu verkaufen und neu zu bauen – nach dem Niedrigenergiehaus-Standard mit Fußbodenheizung (max. 35 °C Vorlauftemperatur). Für Technik-Fan Vater Sonnenschein kommt als Heizung nur eine Sole-Wärmepumpe mit maximal 35° C Vorlauftemperatur in Frage. Das Ergebnis: sehr niedrige Heiz- und Fixkosten. Da können auch wir als Energieexperten sagen – eine sehr gute Lösung.
Anders würde unser Urteil allerdings ausfallen, wäre Familie Sonnenschein aus sentimentalen Gründen dem alten Familienanwesen treu und Vater Sonnenschein setzt trotz Altbausubstanz und Radiatorenheizung auf eine Wärmepumpe. Hier ergeben sich wohl nur temporäre Kostenvorteile durch die speziellen, preisreduzierten Wärmepumpen-Sondertarife der Energieversorgungsunternehmen. Wie lange es diese Tarife noch geben wird, kann derzeit niemand sagen.
Vorsicht ist bei Luftwärmepumpen im Baubestand geboten. Sie können den Strombedarf eines Haushalts an wenigen kalten Tagen durch Zusatzheizstäbe bis zum 35fachen erhöhen und werden damit als „Spitzenlasterzeuger zur winterlichen Unzeit“. Mittelfristig könnten Luftwärmepumpen mit ädequaten EVU-Tarifen zu rechnen haben! Luftwärmepumpen sollten daher immer als bivalente Systeme mit Spitzenlastabdeckung zum Beispiel über Biomasse konzipiert werden. Das bedeutet, das langfristige Einsparpotential von Wärmepumpen kann zwischen 70 Prozent bei Erdreich-Wärmepumpen im Neubau und 0 Prozent bei Luftwärmepumpen im Altbau liegen.


*Unsere Beispielfamilie: Mutter, Vater und Sohn Sonnenschein wohnen in ihrem 30 Jahre alten und altbautypisch gedämmten Einfamilienhaus (130 Quadratmeter Wohnfläche), verbrauchen ca. 150 Liter Duschwasser und betreiben ihre Wärmeversorgung mit einem 15 Jahre alter Ölkessel (ca. 2.500 Liter Heizölverbrauch pro Jahr).